Insulin / Diabetes allgemein

Um Betroffenen die Notwendigkeit einer Insulintherapie näher zu bringen, sollten sie die Stoffwechselveränderungen bei Insulinmangel und die Wirkung von Insulin kennen.

Krankheitsbild Diabetes

Während es sich beim Typ 2-Diabetes um eine so genannte Insulinresistenz handelt, leidet der Typ 1-Diabetiker unter einem genetisch bedingtem Insulinmangel, wobei sich die beiden Formen nicht nur in der Entstehung sondern auch in puncto Therapie deutlich voneinander unterscheiden. Der Typ 2-Diabetiker hat die Insulinresistenz klassischerweise aufgrund von Übergewicht, einer ungesunden fett- sowie zuckerreichen Ernährung und Bewegungsmangel in Kombination mit einer genetischen Veranlagung erworben, wobei diese Erkrankung mit einer Ernährungsumstellung, Abbau des Übergewichts und einer gesteigerten Bewegung therapiert werden kann.

Häufig ist eine unterstützende medikamentöse Therapie angezeigt und Insulin kann teilweise zusätzlich notwendig sein. Bei dem genetisch bedingtem Typ 1- Diabetiker handelt es sich hingegen um eine so genannte Autoimmunerkrankung, wobei die Insulinproduktion zunächst reduziert und später ganz eingestellt wird.

physiologische Grundlagen

Um zu verstehen, warum Insulin so wichtig für einen gesunden Organismus ist, gilt es, sich die Funktion und die Risiken einer unzureichenden Insulinproduktion zu verinnerlichen. Insulin ist ein Hormon, welches im Pankreas, sprich in der Bauchspeicheldrüse, synthetisiert wird. Sobald der Blutzucker einer gesunden Person ansteigt, kommt es zur Insulinausschüttung. Das Hormon Insulin ist dafür verantwortlich, die Glucose aus dem Blut heraus in die Zellen zu schleusen, wo sie zur Energiegewinnung genutzt werden. Bei der Autoimmunkrankheit Typ 1-Diabetes zerstören die körpereigenen Abwehrkräfte die Insulin produzierenden Pankreaszellen. In Folge sinkt die Produktion von Insulin bis hin zu einem absolutem Insulinmangel.

Dadurch kann der Organismus den Blutzucker nicht mehr selbstständig in die Zellen transportieren, so dass es zu einem gefährlichen Anstieg von Glucose im Blut kommt, einer so genannten Hyperglycämie bis hin zu einem diabetischem Koma. Begleitet werden die Folgen eines Insulinmangels von weiteren Stoffwechselentgleisungen wie u. a. einer Polyurie (ständiges Wasserlassen) sowie einer Ketoazidose (Übersäuerung des Blutes) mit einer weiteren Störung des Stoffwechsels.

Hilfestellung für Angehörige

Da der Typ 1-Diabetes bereits bei Kindern auftritt, müssen Angehörige wie Eltern und Geschwister mit in die Insulin-Behandlung involviert werden. Darüber hinaus sollten Kita-Erzieher bzw. Lehrer in Kenntnis über den Diabetes gesetzt werden. Insbesondere für Kinder ist es zu Beginn der Diagnose schwer zu verstehen, warum sie nicht wie die anderen Kinder Süßigkeiten und Saft trinken dürfen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie viel Insulin sie spritzen müssen. Daher sollten Eltern den Kinder mit viel Einfühlungsvermögen erklären, warum es wichtig ist, kohlenhydratreiche Lebensmittel im Blick zu behalten und ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht auf Süßes verzichten müssen, sondern das Bewusstsein für das Krankheitsbild Diabetes schärfen.

Fühlen sich Betroffene und Angehörige mit der neuen Situation überfordert, beispielsweise weil das Familienessen nicht mehr harmonisch abläuft oder weil Betroffene unter dem täglichen Spritzen des Insulins bzw. der Injektion oder der Messung der Blutzuckerwerte leiden, kann eine begleitende psychologische Betreuung eine Diabetes-Therapie sinnvoll unterstützen. Gleiches gilt für Selbsthilfegruppen, in denen sich Angehörige und Diabetiker austauschen können.