Heuschnupfen – Wenn die Pollen fliegen

Heuschnupfen ist die umgangssprachliche Bezeichnung für allergische Rhinitis. Diese gehört zu den Erkrankungen des atopischen Formenkreises wie auch Neurodermitis oder Asthma Bronchiale. Atopie (griech.: ungewöhnlich, sonderbar) bedeutet, dass der Körper ungewöhnlich heftig auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt reagiert und in hohem Maße Abwehrmoleküle ausschüttet. Beim Heuschnupfen werden durch Pollen, die im Frühjahr und Sommer von den Pflanzen an die Luft abgegeben werden, Entzündungen in den oberen Atemwegen hervorgerufen.

Heuschnupfen gilt heute als Volkskrankheit

Beim ersten Kontakt mit einem Allergen lernt die Immunabwehr den „Feind“ kennen, um dann beim zweiten Mal mit aller Kraft dagegen anzugehen. Die Abwehrreaktion besteht aus lästigen Schnupfen-Symptomen, die nun bei jedem Kontakt mit dem Allergen auftreten. Von Niesen, juckenden Augen, laufender und verstopfter Nase bis hin zu heftigem Husten reicht die Palette der Heuschnupfen-Symptome. Immer mehr Erwachsene leiden im Frühjahr oder Sommer unter Heuschnupfen, so dass man inzwischen von einer Volkskrankheit spricht. Meist beginnt die Erkrankung schon in der Kindheit.

Diagnose und Therapie von Heuschnupfen

Um die Diagnose zweifelsfrei stellen zu können, verwendet der Allergologe den so genannten Prick-Test. Hier werden winzige Mengen der häufigsten Allergene in die markierte Haut injiziert. Anhand der Rötung bzw. Schwellung der Hautstelle kann man die Substanzen bestimmen, auf die der Patient allergisch ist. Bei Kleinkindern wird eher das Blut untersucht und dabei der Gesamt-IgE-Titer bestimmt.
Es gibt drei Formen der Therapie: die Karenz, d.h. Vermeidung des Allergens, die Pharmakotherapie, d.h. mit stark wirksame Arzneimitteln, und die spezifische Immuntherapie, d.h. die Ausschaltung der Immunreaktion.

• Bei der Karenz wird das Allergen gemieden, soweit es geht. Pollenallergiker sollten zur Flugzeit der betreffenden Pollen Aktivitäten im Freien meiden oder nach einem kräftigen Regenguss ausüben. Vor dem Schlafengehen empfiehlt es sich, die Haare zu waschen und die Kleidung in einem anderen Zimmer abzulegen, damit die Pollenkonzentration im Schlafzimmer möglichst gering bleibt.

• Bei der Pharmakotherapie können die Wirkstoffe oral, nasal oder subkutan verabreicht werden. Dabei stehen den Ärzten verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung: Cromone zur lokalen Anwendung (bei Heuschnupfen zum Beispiel in Augentropfen und Nasenspray), Antihistaminika, die die Wirkung des Histamins unterbinden, Cortisone, wenn die Symptome besonders ausgeprägt sind. Cortisone können außen und innerlich angewandt werden, wobei die äußere Anwendung den Vorteil hat, dass keine so großen Nebenwirkungen zu befürchten sind wie bei den innerlich angewandten Cortisonen.

• Die spezifische Immuntherapie, SIT, soll eine dauerhafte Unempfindlichkeit des Immunsystems auf das Allergen erreichen. Hierbei wird das Immunsystem hyposensibilisiert, das heißt, das Allergen wird dem Körper in geringen Mengen verabreicht, damit sich das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnt und keine Abwehrreaktion mehr auslöst. Mit dieser Therapie sollte früh begonnen werden, da man im Laufe der Zeit noch mehr Allergien entwickeln kann. Die subkutane spezifische Immuntherapie (Spritzen an Rückseite des Oberarms) oder die sublinguale spezifische Immuntherapie (unter die Zunge) wird über einen Zeitraum von ca. drei Jahren angewandt. Am Ende der Therapie hat der Patient im Idealfall geringere oder gar keine Heuschnupfen-Symptome mehr zu befürchten.