Heilpraktiker: wann sinnvoll?

Insbesondere bei psychosomatischen Symptomen, chronischen Erkrankungen wie Allergien und weiteren, leichten Krankheiten ist der Besuch beim Heilpraktiker sinnvoll. Bei ernsthaften, lebensbedrohlichen Erkrankungen sollte hingegen immer zuerst ein Facharzt aufgesucht werden. Diesbezüglich sollte eine Behandlung beim Heilpraktiker allenfalls eine begleitende Therapie darstellen. Gleiches gilt für ungefährliche, aber schmerzhafte Beschwerden wie Migräne, Rückenprobleme oder rheumatische Leiden.

Durch die Naturmedizin sowie weitere Therapieformen wie beispielsweise Akupunktur, kann die Dosis einiger nebenwirkungsreicher, schulmedizinischer Medikamente sinnvoll reduziert werden. Im Idealfall sollte ein Arzt mit zusätzlicher homöopathischer Ausbildung oder ein Schulmediziner, der auf die Kraft von Naturmedizin setzt, konsultiert werden. Der Begriff des Heilpraktikers ist nämlich leider nicht geschützt. Diesbezüglich besteht die Gefahr, dass man an einen selbst ernannten Heilpraktiker gerät, der seinen „Titel“ im Rahmen eines Wochenendseminars erworben hat.

Gleiches gilt übrigens auch für Ernährungsberater ohne wissenschaftliche Ausbildung; man sollte daher genau hinterfragen, ob es sich um wirkliche Fachleute handelt, die entweder ein Studium absolviert haben oder zumindest eine mehrjährige Ausbildung inklusive Praktika genossen haben. Sonst kann die Behandlung bzw. Beratung nämlich mehr Schaden anrichten, als dass sie hilft. Am besten bei einem vertrauten Arzt nachfragen, ob er einen Heilpraktiker kennt.

Ein gut ausgebildeter, fachlich kompetenter Heilpraktiker kann bei den unterschiedlichsten Beschwerden Abhilfe schaffen oder begleitend zur Schulmedizin therapieren. Insbesondere wenn die Psyche involviert ist und stressbedingte Symptome wie etwa Schlafstörungen, Magendarmprobleme, Verspannungen, stressbedingter Kopfschmerz oder Angsterkrankungen von einem Facharzt diagnostiziert wurden, lohnt sich der Besuch bei einem Heilpraktiker.