Giersch – aus Unkraut Salat machen

Während sich Gärtner häufig über Giersch ärgern und es unliebsam als Unkraut betiteln, lieben Hobbyköche Giersch als besondere Zutat von Salat, als frische Kräuter und in Form von warmen Gerichten als Gemüse. Wo Giersch einmal wächst, lässt er sich nur schwer bekämpfen, breitet sich zügig aus und unterdrückt das Wachstum von anderen empfindlichen Pflanzen. Statt sich zukünftig weiter über das ungeliebte Unkraut im Garten aufzuregen, sollte man Giersch lieber häufiger auf den Speisplan bringen. Wir zeigen, wie man aus diesem Unkraut gesunden Salat und andere Gerichte zubereiten kann.

Giersch gehört aus botanischer Sicht zu der Familie der Doldenblütler und besticht ernährungsphysiologisch durch seinen hohen Anteil an Vitamin C und Carotin; früher wurde Giersch als wirksame Heilpflanze bei Gicht und Rheuma eingesetzt. Weil die Wirkstoffe allerdings noch nicht endgültig wissenschaftlich lokalisiert werden konnten, ist der Einsatz von Giersch in der Naturmedizin noch limitiert. Beim Sammeln von Giersch für Salat unbedingt sehr bedacht und vorsichtig vorgehen, da es unter den Doldenblütlern auch einige sehr giftige Pflanzen gibt (z. B. Wasserschierling), die versehentlich mit Giersch verwechselt werden können. Giersch duftet nach Petersilie und besitzt als weiteres Erkennungsmerkmal einen dreieckigen Blattstiel-Querschnitt. Im Zweifel lieber auf einen Fachmann verlassen.

Am besten sollte junger Giersch, dessen Blätter sich noch wenig ausgebildet haben, als Basis für Salate verwendet werden. Im Laufe des Wachstums werden die Blätter von Giersch härter, intensiver im Geschmack und eignen sich nicht mehr zum rohen Verzehr; allerdings kann man beispielsweise noch aromatische Suppen, „Spinat“ oder Aufläufe daraus herstellen. Ganz wichtig zu beachten: nach dem Blühen schmeckt Giersch bitter. Die Blütezeit ist von Mai bis September, die typische Erntezeit von März bis Oktober. Daher diese Zeiten bei den jeweiligen Zubereitungsarten berücksichtigen.