Binge-Eating Fressanfälle Esssucht: Hinweise für Angehörige

Die Binge-Eating-Hinweise für Angehörige geben Hilfestellungen und Übersicht, wie sich Freunde und Familie verhalten können, um Betroffenen von Esssucht zu helfen.

Beim Binge-Eating, einer Essstörung, bei der Betroffene unter wiederkehrenden Fressanfällen leiden, kommt es mit zunehmendem Ausbruch der Erkrankung typischerweise zu einem steigenden Kontrollverlust. Da die Chance auf eine erfolgreiche Therapie gerade zu Beginn der Erkrankung größer ist, sind Angehörige gefragt, hinzuschauen und das Gespräch zu suchen. Natürlich kann eine Essstörung auch nach längerer Dauer überwunden werden, aber alleine aus dieser Erkrankung herauszukommen, wird immer schwieriger.

Tipps für Angehörige – Anzeichen für Binge-Eating

Für Angehörige ist es schwierig, Warnsignale zu erkennen, da Betroffene versuchen, ihre Essstörung zu verheimlichen oder – wenn es klare Hinweise gibt – herunterzuspielen. Während man eine Magersucht oder Adipositas an dem zunehmend verändertem Körper wahrnehmen kann, ist Bulimie oder Binge-Eating-Disorder nicht unbedingt äußerlich sichtbar. Häufig können Eltern im Rahmen des gemeinsamen Essens erste Anzeichen erkennen, wenn sich das Familienmitglied gegenüber der Nahrungsaufnahme anders verhält als sonst. Beispielsweise wird gar nichts mehr gegessen, um die hohe Kalorienaufnahme der Fressanfälle auszugleichen. Da das eigentliche Binge-Eating hinter verschlossenen Türen statt findet, ist es nicht einfach, dies zu erkennen. Allerdings können Eltern und Freunde Veränderungen erkennen, wenn das Thema Essen verbal ausgeschlossen oder vermehrt über Lebensmittel, Kalorien und Co. geredet wird.

Weitere Anzeichen einer Binge-Eating-Disorder

Besonders häufig findet eine zunehmende Isolation statt, weil sich alles nur noch um das Thema essen und den nächsten Fressanfall dreht. Auch Stimmungsschwankungen sind typisch. Letztendlich sollten Angehörige das Gespräch suchen und ihre Befürchtungen klar äußern. Dabei ist es besonders wichtig, keine Vorwürfe zu machen. Vermutlich wird es eine Weile dauern, bis sich das Gegenüber öffnet und es kann auch sein, dass die Befürchtungen komplett abgestritten werden. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, dass sich Angehörige oder enge Freunde – im Falle einer Vermutung, dass es sich um Binge-Eating oder eine andere Essstörung handeln könnte – professionelle Hilfe suchen. Am besten zunächst eine Beratungsstelle aufsuchen und dort Hilfe annehmen. Und ganz wichtig, auch wenn der Grund der Essstörung in der Familie zu finden ist, niemals Schuldzuweisen machen oder sich selbst schuldig fühlen, denn dies verhindert eine konstruktive Lösung für allen Betroffenen.