Binge-Eating-Disorder (Fressanfälle): Fakten zur Essstörung

Folgende informative Übersicht “Binge-Eating-Disorder (Fressanfälle) – Fakten zur Essstörung“ nennt Rahmendaten rund um diese Form der Essstörung.

Während Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Adipositas für viele Personen bekannte Krankheitsbilder sind, ist die Binge-Eating-Disorder noch weniger bekannt. Allerdings gibt es eine große Anzahl an Betroffen, die ohne Hilfe – durch nahe stehende Personen und professionell – nicht allein aus dieser Essstörung herausfinden. Bei Binge-Eating handelt es sich um wiederkehrende Fressanfälle, vergleichbar mit Bulimie, allerdings ohne das anschließende Erbrechen. Dabei werden in kürzester Zeit große Mengen an Nahrungsmitteln verschlungen, die den Tagesbedarf an Kalorien deutlich überschreiten können. Häufig gibt es auch gemischte Formen unter den einzelnen Essstörungen, so dass Betroffene mit Essanfällen beispielsweise anorektische Züge bzw. restriktive Phasen aufweisen, in denen nichts oder nicht ausreichend gegessen wird.

Psychologische Aspekte von Binge-Eating-Disorder

Essstörungen können aus psychologischer Sicht als eine Art Lösungsversuch angesehen werden, schwierige Lebensphasen zu meisten. Was für Außenstehende seltsam klingt, erscheint für Betroffene als kurzfristige Hilfe. Durch das zunehmende Ausmaß der Essstörung, tritt das eigentliche Problem in den Hintergrund. Betroffene leider immer stärker unter dem Kontrollverlust, der einen normalen Alltag unmöglich macht. Das intensive Beschäftigen mit dem Essen und der Figur kann zunächst das eigentliche Problem, zum Beispiel traumatische Erfahrungen, überdecken, bis das unkontrollierte Essverhalten zu einer zusätzlichen Belastung wird. Während die Fressanfälle zunächst den Druck, der mit der Erkrankung einhergeht, reduzieren, fühlen sich Betroffene nach einem Essanfall schuldig und haben das Gefühl, “dreckig zu sein“ und versagt zu haben. Nach und nach gelangen die Personen in einen Kreislauf, der ohne professionelle Hilfe häufig nicht mehr zu durchbrechen ist.

Hilfe für Betroffene – Therapie von Fressanfällen

Um eine Essstörung wie Anerexie, Bulimie oder auch Binge Eating überwinden zu können, muss die Ursache aufgedeckt werden. Die Therapie kann im Rahmen einer ambulanten oder einer stationären Einrichtung erfolgen. Ziel der Therapie ist es, das ursächliche Problem aufzuarbeiten – teilweise in Sitzungen mit der ganzen Familie – und die Häufigkeit und Intensität der Essanfälle zu reduzieren. Anschließend sollen Betroffene wieder ein “normales“ Essverhalten bzw. einen ungezwungenen Umgang mit dem Thema Essen zurück erlangen. Dabei kommt es besonders auf neu erlernte Verhaltensstrategien an, damit Betroffene zukünftig Schwierigkeiten bzw. emotionale Belastungen nicht mehr über das zwanghafte Essen kompensieren.